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Seenotretter vertrauen MTU-Motoren

Für den zweiten Seenotrettungskreuzer mit Tochterboot einer neuen 28-Meter-Klasse der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) werden zwei kräftige Herzen schlagen. Auf der Fr. Fassmer-Werft in Berne-Motzen haben die Schiffbauer die beiden zusammen 2.880 kW leistenden Motoren, der MTU-Friedrichshafen, eingebaut. Die neue BERLIN ist für die Station Laboe an der Kieler Förde bestimmt. Nach ihrer Ablieferung zum Jahreswechsel 2016/2017 übernimmt sie den Namen ihrer Vorgängerin. Damit würdigt die DGzRS die Verbundenheit der Berliner zu den Seenotrettern an der Küste.
Das Typschiff der neuen, 24 Knoten (ca. 45 km/h) schnellen 28-Meter-Klasse mit Tochterboot hatten die Seenotretter zum 150-jährigen Bestehen Ende Mai 2015 auf den Namen ERNST MEIER-HEDDE getauft und auf Amrum stationiert. Der völlig neu konstruierte Schiffstyp ist als leistungsfähiger Nachfolger für die bewährte 27,5-Meter-Klasse im Einsatz.
Wie alle Rettungseinheiten der DGzRS werden auch die neue BERLIN und ihr Tochterboot im bewährten Netzspantensystem vollständig aus Aluminium gebaut, als Selbstaufrichter konstruiert und ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert. Die Taufe ist für Ende des Jahres in Bremen vorgesehen.
Die derzeitige BERLIN war 1985 als Typschiff der 27,5-Meter-Klasse in Anwesenheit des Bundespräsidenten und ehemaligen Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Richard von Weizsäcker, getauft worden. Der Schirmherr der Seenotretter bezeichnete die DGzRS seinerzeit in einer viel beachteten Rede als „Verbindung aus Bürgersinn und Bürgermut“. Die allererste BERLIN war zu ihrer Zeit ein modernes Einsatzmittel der Seenotretter. 1873 zeigte die DGzRS das speziell konstruierte Ruderrettungsboot auf der Weltausstellung in Wien. Von 1876 bis 1897 war es auf der Seenotretter-Station Wilhelmshaven stationiert. Bereits ihr Bau war seinerzeit nur möglich dank großzügiger Unterstützung aus Berlin.

Einbau der beiden Hauptmaschinen in den neuen Seenotrettungskreuzer BERLIN der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.
Einbau der beiden Hauptmaschinen in den neuen Seenotrettungskreuzer BERLIN der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) auf der Fassmer-Werft in Berne an der Unterweser. Schiffbauer Karl-Heinz Gilgenbach (v. l.), DGzRS-Inspektor Holger Freese und Seenotkreuzer-Maschinist Michael Pelzer/Station Laboe. © DGzRS

Auch der dritte Neubau der 28-Meter-Klasse ist auf der Fassmer-Werft bereits im Bau. Er ist für die Station Cuxhaven an der viel befahrenen Elbmündung vorgesehen und soll im Frühjahr 2017 getauft und in Dienst gestellt werden. Im Zuge der turnusgemäßen Flottenverjüngung entstehen bei Fassmer im Auftrag der DGzRS bis Ende 2017 ferner drei 10,1 Meter lange Seenotrettungsboote. Sie sind für Freiwilligenstationen an Nord- und Ostsee bestimmt.

Beitrag: DGzRS / PP

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