Seenotretter mehr als 2.000 Mal auf Nord- und Ostsee im Einsatz

Die neue „Bootschafterin“ Heike Götz unterstützte die Seenotretter bei einer Übung.
Wie eine echte Seenotretterin: Die neue „Bootschafterin“ Heike Götz unterstützte die Seenotretter bei einer Übung an Bord des Tochterbootes VERENA des Seenotrettungskreuzers HERMANN MARWEDE. © DGzRS / Martin Stöver

680 Menschen aus Seenot gerettet und Gefahr befreit

Auf Nord- und Ostsee sind die Seenotretter im Jahr 2016 mehr als 2.000 Mal im Einsatz gewesen. Die Besatzungen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) haben dabei rund 680 Menschen aus Seenot gerettet oder Gefahr befreit. Rund die Hälfte der Einsätze der Seenotretter gelten Freizeit-Wassersportlern. Eine neue Sicherheits-App soll die Arbeit der Seenotretter leichter machen. Seit der Gründung 1865 haben die Besatzungen insgesamt mehr als 84.000 Menschen auf See schnelle Hilfe gebracht.

Heike Götz, bekannt als TV-Moderatorin, ist die diesjährige Seenotretter-„Bootschafterin“. Sie folgt auf Schauspieler Markus Knüfken. Er warb im vergangenen Jahr auf vielfältige Weise für die ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanzierte Arbeit der Seenotretter. Knüfken zeigte in den Medien und auf Veranstaltungen „Flagge“, darunter auf dem Unesco-Welterbe Zollverein in seiner nordrhein-westfälischen Heimatstadt Essen.

Umfangreiches Neubauprogramm

Mit einem umfangreichen Neubau- und Umstationierungskonzept bereiten sich die Seenotretter auf die Herausforderungen der nächsten Jahre vor. Die Rettungseinheiten sind etwa 30 Jahre im harten Einsatz auf Nord- und Ostsee. Rein rechnerisch ergibt sich daraus der Bedarf, jährlich durchschnittlich zwei in Dienst zu stellen. Vor mehr als 25 Jahren jedoch standen die Seenotretter vor einer historischen Aufgabe: Nach der Wiedervereinigung galt es, die Technik in Mecklenburg-Vorpommern schnell zu modernisieren. Dies gelang innerhalb von nur vier Jahren, nicht zuletzt dank großartiger Unterstützung der treuen Freunde und Förderer. Zwischen 1990 und 1994 wurden 24 Neubauten in Dienst gestellt. Spätestens Anfang des kommenden Jahrzehnts müssen sie ersetzt werden. „Zweckgebundene Erbschaften versetzen uns in die Lage, für einige dieser Boote schon jetzt moderne Nachfolger zu bauen. Viele werden die Namen ihrer Spender tragen“, erläutert Geschäftsführer Nicolaus Stadeler. Derzeit sind 14 Rettungseinheiten kurz vor Indienststellung, im Bau oder beauftragt. Ein Höhepunkt des vergangenen Jahres war die Taufe des neuen Seenotrettungskreuzers BERLIN am 17. Dezember 2016 in Bremen durch Schauspielerin und Sängerin Meret Becker. Die offizielle Indienststellung der BERLIN auf der Station Laboe ist für den 4. Februar 2017 vorgesehen.

Sicher auf See

Der beste Einsatz ist der, den die Seenotretter erst gar nicht zu fahren brauchen. Unter dem Präventionsmotto „Sicher auf See“ wendet sich die DGzRS künftig verstärkt an Wassersportler – Segler, Motorbootfahrer, aber auch Trendsportler gleichermaßen. Die erfolgreiche gleichnamige Broschüre der Seenotretter gibt es, erweitert um viele Zusatzinformationen und Links, in Kürze auch als spezielle Internetseite unter der Adresse www.sicher-auf-see.de. Ein wesentlicher Bestandteil ist die neue Sicherheits-App „SafeTrx“ der Seenotretter. Sie zeichnet über das Mobiltelefon die Route des Wassersportlers auf und ermöglicht der SEENOTLEITUNG BREMEN im Notfall den direkten Zugriff auf den aktuellen Standort. Die Seenotretter werden „SafeTrx“ auf der weltgrößten Wassersportmesse „boot“ in Düsseldorf (21. bis 29. Januar 2016) erstmals der breiten Öffentlichkeit vorstellen.

Vorheriger ArtikelSchiffsbemalungen und ihre Bedeutungen
Nächster ArtikelEastern Shipbuilding entscheidet sich für MAN STC-Motoren für die US-Küstenwache
Dipl. -Ing. Peter Pospiech
Redaktionsleitung bei VEUS-Shipping.com mit Schwerpunkt Schiffsbetriebstechnik, Transport, Logistik, Schiffahrt, Hafen und dem weitreichenden Thema Umweltschutz sowie gesetzliche Auflagen für Antriebsmaschinen.