„Schiffsairbag” rettet Menschen vor Ertrinken

Patent für Entwurf eines Tiroler Pensionisten erteilt

Der Pensionist Franz Platzer aus Kirchberg (Tirol), hat
lokalen Medienberichten zufolge am heimischen Computer ein
Rettungssystem für Schiffe entwickelt, um Menschen bei
Schiffsunglücken vor dem Ertrinken zu retten. Es handelt sich um ein
komplexes Airbag-System, das auf Ausflugsschiffen auf Flüssen und Seen,
aber auch bei Jachten und Motorbooten seinen Zweck erfüllen könnte.
Mitte Oktober d.J.- wurde dem Projekteur das Patent dafür erteilt, nun
kann der 66-jährige sein Projekt auch verkaufen, auch wenn es ihm nach
seinen Worten  in erster Linie um die Rettung von Menschenleben geht.

Das Rettungssystem funktioniert folgendermaßen: in den
Schiffsrumpf werden Boxen, in denen sich Ballone – also Airbags –
befinden, eingebaut. Bei Eintreten von Wasser in den Schiffsrumpf geben
eigene Steuerungen dem Impuls an diese ab. In wenigen Sekunden blasen
die sich auf und füllen die unter der Wasserlinie liegenden Räume,
ähnlich einer Luftblase. Damit soll weiteres Hereinströmen von
Wassermassen unterbunden und so das Sinken des Schiffes verhindert
werden.

Ähnliche Entwicklungen solcher Rettungssysteme hat es bereits in
China, Japan, aber auch in Spanien gegeben, allerdings eher für die
Marine dieser Länder, nicht für die zivile Binnenschifffahrt.

Anlass für den Pensionisten, der jahrzehntelang als Bohrwerker
für ein heimisches Unternehmen gearbeitet hatte, was das dramatische
Schiffsunglück auf der Donau im Stadtgebiet von Budapest vom 29. Mai
2019 (siehe VEUS-Meldung „Unterschätzte Gefahren auf der Donau” vom
4. Juli 2019 !), als das Ausflugsschiff HABLEANY (NIXE) nach einer
Kollision mit einem größeren Flusskreuzfahrtsschiff  binnen weniger
Sekunden auf den Grund der Donau sank. 33 Gäste aus Südkorea und zwei
Besatzungsmitglieder hatten sich an Bord befunden. Nur sieben Personen
überlebten die Katastrophe.  Für Franz Platzer war es unverständlich,
dass es keine Möglichkeit gab, das Sinken des Schiffes zu verhindern
und so tüftelte er auf seinem Computer  das vorhin beschriebene
Rettungssystem aus.

Nach Erteilung des Patentes setzte sich Platzer  mit einer
Innsbrucker Firma in Verbindung, die auf 3D-Simulationen spezialisiert
ist, um seinen Entwurf praktisch auszuprobieren.
Die Patentanmeldung war Platzer zufolge mit hohem finanziellen
Aufwand verbunden, dem er allein nicht gewachsen war. Die
Wirtschaftskammer Tirol zeigte sich dem Projekt gegenüber
aufgeschlossen und gewährte ihm eine Unterstützung. Wegen der
Corona-Pandemie dauerte es mehr als ein Jahr, bis sein Patent
veröffentlicht werden konnte – nun steht einem Verkauf nichts mehr im
Wege.