MethanolPac-Kraftstoffversorgungssystem und der „Wärtsilä 32 Methanol“
Das MethanolPac-Kraftstoffversorgungssystem und der „Wärtsilä 32 Methanol“ bilden eine Komplettlösung für Methanol in Schiffsanwendungen. © Wärtsilä Corporation. © Wärtsilä

Das Technologieunternehmen Wärtsilä hat ein spezielles Kraftstoffversorgungssystem für Methanol, ein MethanolPac, entwickelt, da das Interesse an Methanol zur Dekarbonisierung wächst. In Kombination mit dem kürzlich vorgestellten „Wärtsilä 32 Methanol“ (Wärtsilä Motorbezeichnung) und den bewährten Nachrüstungs- und Systemintegrationsfähigkeiten des Unternehmens ermöglicht das MethanolPac Wärtsilä, methanolfähige Kraftstoff- und Energiesysteme für eine Vielzahl von Schiffssegmenten anzubieten.

Nach Angaben des Unternehmens ist der „Wärtsilä 32 Methanol“ verfügbar als 6, 7, 8 und 9-Zylinder Reihenmotor und als 12 und 16-Zylinder V-Motor, in einem Leistungsbereich von 3.480 bis 9.280 kW bei 750/min (entsprechend 580 kW/Zylinder).

Methanol ist ein weithin verfügbarer Kraftstoff, der kohlenstoffneutral ist, wenn er aus alternativen Quellen hergestellt wird, und der einfacher zu handhaben ist als viele andere alternative Kraftstoffe. Da derzeit jedoch nur sehr wenige Schiffe Methanol als Kraftstoff nutzen, verfügt die Industrie nur über begrenzte Erfahrungen mit der Integration solcher Systeme.

„Das MethanolPac wird Schiffseigner beruhigen, die noch unentschlossen sind, wenn sie Hilfe bei der Planung ihres Kraftstoff- und -Energiesystems benötigen“, so Mathias Jansson, Director, Fuel Gas Supply Systems, Wärtsilä Marine Power. „Wärtsilä liefert nicht nur den „Methanolmotor“, wir haben auch die Systeme und Fähigkeiten, um Kunden bei der vollständigen Realisierung von Schiffen, die Methanol als Kraftstoff nutzen bzw wollen, zu unterstützen.“

(Anmerkg der Redaktion: Einen Methanolmotor gibt es genauso wenig wie z.B. einen LNG-Motor – es gibt nur Motoren, die mit Methanol – arbeitet nach dem Dieselprinzip – bzw im Fall „LNG-Motor“ – arbeitet nach dem Ottoprinzip – mit Methan betrieben werden)

Das MethanolPac umfasst sowohl die Nieder- und Hochdruckteile des Kraftstoffversorgungssystems als auch die zugehörigen Steuerungs- und Sicherheitsfunktionen. Dazu gehören die Hochdruck-Methanol-Kraftstoffpumpeneinheit, das Niederdruck-Pumpenmodul, das Kraftstoffventilsystem, die Bunkerstationen und die Tankinstrumentierung.

Das MethanolPac wird seine erste Referenz neben der Erstinstallation des „Wärtsilä 32 Methanol“ auf einem Windturbinen-Installationsschiff erhalten, das für den niederländischen Bagger- und Offshore-Schiffsbetreiber Van Oord gebaut wird. Der Neubau des „Wärtsilä 32 Methanol“ kombiniert die seit langem bewährte Methanol-Einspritztechnik – die erstmals für die 2015 umgebauten Wärtsilä Z40-Motoren an Bord der Ropax STENA GERMANICA entwickelt wurde – mit den hochmodernen Steuerungs- und Automatisierungssystemen der bewährten Wärtsilä 32-Plattform.

Die Methanol-Einspritzung kann auch bei jedem der mehr als 5.000 konventionell betriebenen Wärtsilä 32-Motoren nachgerüstet werden. MethanolPac bedeutet, dass solche Nachrüstungen drastisch vereinfacht werden können, da ein einziger Lieferant sowohl den Motor als auch das Kraftstoffversorgungssystem liefert.

Für viele Schiffssegmente gehören der „Wärtsilä 32 Methanol“ und das MethanolPac zu den ersten kommerziell verfügbaren Techniken zur Nutzung von Methanol als Kraftstoff. Der Wärtsilä 32 kann entweder als Hauptmotor oder als Hilfsgenerator auf einer Vielzahl von Schiffstypen eingesetzt werden, von Offshore-Hilfsschiffen bis hin zu Hochseehandelsschiffen.

Wärtsilä investiert stark in Forschung und Entwicklung, um sicherzustellen, dass die Schiffsbetreiber über die erforderlichen Technologien verfügen, um neue Kraftstoffe zu nutzen, sobald diese verfügbar sind. Wärtsilä wird bis 2023 ein Konzept für einen mit Ammoniak betriebenen Motor und bis 2025 ein Konzept für einen Wasserstoffmotor entwickeln.

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Redaktionsleitung bei VEUS-Shipping.com mit Schwerpunkt Schiffsbetriebstechnik, Transport, Logistik, Schiffahrt, Hafen und dem weitreichenden Thema Umweltschutz sowie gesetzliche Auflagen für Antriebsmaschinen.