Schiffsbesatzungen bald überflüssig

YARA BIRKELAND heißt das erste Containerschiff der Welt, das autonom und dank seines elektrischen Antriebs emissionsfrei betrieben werden kann. Die Vard Werft hat bestätigt, dass man das Schiff Ende November 2020 an den Eigner Yara International ablieferte.

Im Rahmen des bereits angefangenen Testbetriebes soll das als Werft-Nr. 909 erstellte Schiff bis 2022 schrittweise vom bemannten auf den vollständig autonomen Betrieb umgestellt werden. Danach soll die für den bemannten Betrieb während der Erprobungsphase auf dem Vorschiff demontierbar installierte zusätzliche Brücke wieder zurückgebaut werden.

Das Projekt wurde in dem Bestreben initiiert, die Logistik in Yaras Düngemittelfabrik in Porsgrunn zu verbessern. Täglich sind mehr als 100 Lkw-Fahrten erforderlich, um Produkte von Porsgrunn zu den Häfen in Brevik und Larvik zu transportieren, von wo aus das Unternehmen Produkte an Kunden in der ganzen Welt verschickt.

Nach der Ablieferung hat das norwegische Fachmagazin Skipsrevyen die YARA BIRKELAND als „Schiff des Jahres“ ausgezeichnet.

Der Kasko des lukendeckellosen (offenen) Schiffes, das bei einer Länge von 79,50 m, einer Breite von 14,80 m, einer Seitenhöhe von 10,80 m und einem Tiefgang von max. 6,3 m auf eine Tragfähigkeit von 3.120 t kommt, erstellte die Vard Braila-Werft in Rumänien. Ende April / Anfang Mai 2020 fand die Verschleppung zur norwegischen Werft Vard Brattvåg statt, wo die Komplettierung und Ausrüstung erledigt wurde.  Über zwei Pod- Antriebe, mit 2,2 m im Durchmesser großen Zugpropellern (Brunvoll) von je 900 kW, soll das nach den Vorschriften und unter Aufsicht des DNV GL erstellte Schiff eine Geschwindigkeit von 13 kn erreichen. Zur Verbesserung der Manöverierfähigkeit wurden zwei Bugstrahler, mit einem Propellerdurchmesser von 1,75 m, von je 700 kW installiert, außerdem verfügt der Neubau über ein von MacGregor zugeliefertes automatisches Festmach-System. Die Energieversorgung erfolgt mit Akkumulatoren mit einer Gesamtkapazität von 6,8 MW, die in vier separaten Räumen untergebracht wurden und auch als permanenter Ballast-Ersatz dienen. Sie sollen in mindestens einem der künftig vorgesehenen drei Anlaufhäfen mit „grünem Strom“ aufgeladen werden können. Das in der Schweiz gefertigte Akkusystem basiert auf Zellen, die vom Leclanche-Werk im deutschen Willstadt zugeliefert wurden.